Vögel im Flug

Vögel im Flug vernünftig zu fotografieren gehört immer noch zu den größeren Herausforderungen. Also etwas, das gut geübt werden will. Gut geeignet zum Üben sind Falknereien, und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen sieht man hier sonst eher seltene Vögel. Diese fliegen relativ nahe vorbei, so dass man auch mit halbwegs normaler Brennweite die Vögel gut auf das Bild bannen kann. Am wichtigsten finde ich jedoch, dass man die Flugbahn der Vögel halbwegs voraus sehen kann. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, die gleiche Show mehrfach zu besuchen und für eine gute Platzwahl früh da zu sein.

Kurz vor dem Abflug

Da meine Mutter Eulen liebt bevorzuge ich natürlich Falknereien, die auch Eulen vor Ort haben. Dieses mal war ich auf Schloß Ronneburg, nordöstlich von Frankfurt. Da die Vögel insgesamt weniger menschenscheu sind, lassen sich auch gute Porträtaufnahmen anfertigen. Der Falkner meinte, dass einige Vögel Angst vor Teleobjektiven haben. Daher schauten die Eulen „freiwillig“ in Richtung meiner Kamera. Da der Abstand aber immer noch groß genug war, stellte diese Angst kein wirklich großes Problem dar.

Ein Steinkauz scheint verängstigt in die Kamera. Ursache der Angst sind wohl die Reflexionen der großen Objektive.

Im Laufe der etwa 45minütigen Vorführung schoss ich über 350 Fotos, von denen etwa 15 gut sind – also für meine Verhältnisse. Der Ausschuss ist also besonders hoch. Die Ergebnisse will ich Euch hier natürlich nicht vorenthalten.

Geübt habe ich später übrigens auch an einem See. Die dortigen heimischen Seevögel, allen voran Enten und Gänse, fliegen eher niedrig und auch auf relativ gut vorhersehbaren Strecken. Hier sind natürlich auch die Start- und Landemanöver im Wasser sehr eindrucksvoll.

Zur Technik: Für scharfe Fotos wird eine Verschlusszeit von maximal 1/2000 Sekunde benötigt. Das heißt: Lichtstarkes Objektiv, Blende auf und ISO hoch. Je nach Leistung des Sensors kann man zusätzlich auch etwas unterbelichten, eine Nachbearbeitung des RAWs sollte ja eigentlich eh selbstverständlich sein. Ein sonnniges und klares Wetter vereinfacht dies natürlich auch. Bei der Platzwahl sollte auf guten Kontrast geachtet werden, Vögel vor blauem Himmel erkennt der Autofokus besser. Ich fotografiere meist mit kontinuierlichem Autofokus. Für manuell bin ich einfach zu langsam. Bei einer Tele-Festbrennweite mit fixem unendlich würde das manuelle Fkussieren aber wahrscheinlich die bessere Wahl sein. Bei Autofokus sollten Kamera und Objektiv natürlich entsprechend schnell sein.

Leider etwas unscharf geworden.

3 Kommentare

  1. Hallo!

    Sehr gelungene Flugaufnahmen! So mancher Vogelfotograf schimpft ja darauf, Vögel aus Falknereien oder in Tierparks abzulichten. Ich finde jedoch auch, dass das eine ausgezeichnete Übungsmöglichkeit für Anfänger der Vogelfotografie ist.

    Liebe Grüße, Anna

    1. Vielen Dank! Ich gehe auch in den Zoo/Tierpark zum Üben. Demnächst will ich mal meine Drohne als Übungsobjekt nutzen, um vor allem die verschiedenen Arten des Autofokus zu testen. Leider fehlt mir dazu etwas die Zeit und ich brauche ja einen drohnefliegenden Kollegen dazu.

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