La Paz Waterfall Gardens

Mein letzter vollständiger Tag in Costa Rica, morgen Abend geht es zurück nach Hause. Zeit, es noch mal richtig krachen zu lassen – auf costaricanisch. Das dachte ich mir zumindest, als ich den Eintrittspreis von diesem Park hörte: 51 US$. Immerhin war ich dafür anderthalb Stunden gefahren. Na egal, der Park hatte gute Bewertungen, ich habe mir diesen ja nicht umsonst als Ziel ausgesucht. Außerdem soll es hier Ozelots, Pumas und Jaguare geben, die einheimischen Urwaldkatzen.

Alle Tiere dieses Parks wurden vom zuständigen Ministerium zugewiesen. Sie stammen zum größten Teil aus der Beschlagnahmung illegal gehaltener Tiere. Dementsprechend sind sie Menschen gewöhnt, können nicht mehr aus gewildert werden. Die Vogelstation zeigt dann, dass scheinbar die Tiere untereinander Probleme haben. So werden einige Tiere einzeln gehalten, ob wohl Artgenossen in anderen Gruppen im Käfig sind oder fast frei umherfliegen können.

Am Eingang steht auch ein Schild mit den üblichen Warnhinweisen: Vorsicht, Tiere können beißen, nicht füttern und bitte überhaupt nicht interagieren. Das scheint aber niemand den Tieren gesagt zu haben, dieser Papagei zumindest legt es förmlich auf eine Interaktion mit mir an:

Gut zu hören auch die Kommunikation der Papageien

Erst krakelte er hinter meinem Rücken herum, während ich einen anderen Vogel im Visier der Kamera hatte. Als ich ihm endlich meine Aufmerksamkeit schenkte, lief er mit mir mehrere Meter weiter, um sich dort fotografieren zu lassen. Während dessen machte sich ein anderer Papagei hinter mir wiederum auf sich aufmerksam. Keine Ahnung, was die mit mir versuchten, zumindest zogen sich später beide zusammen auf einen Ast zurück. Wahrscheinlich wollten sie Futter erbetteln – aber da bin ich streng.

Vor allem die Vögel und Wildkatzen haben es mir hier angetan, ich laufe die Strecke sogar zweifach ab. Bei den Fröschen kann ich im offenen Teil einen halbwegs wachen Frosch finden (die sind meistens nachtaktiv), der sich von mir in aller Ruhe ablichten lässt. Auch bei den Schlangen schaue ich kurz vorbei, die Schmetterlinge ignoriere ich fast – da habe ich hunderte Fotos.

Die Parkanlage ist insgesamt wirklich sehr schön gemacht. Neben dem Butterfly Conservatory wirklich eine weitere Ausnahme. Die Wege sind hervorragend, die Käfige echt gut (außer bei ein paar Nutztieren) und die Anlage insgesamt so, dass sich selbst Europäer noch etwas anschauen können. Im hinteren Teil gibt es längere Wege durch den Urwald und zu mehreren Wasserfällen. Ich habe nur die über 200 Stufen zum ersten geschafft, mir waren die Tiere wichtiger. Wenn man die Wasserfälle bis zum Ende geht, gibt es dort einen zweiten Ausgang mit Shuttlebus zum Start zurück. Es gibt auch immer wieder spannende Pflanzen und einen kleinen Orchideengarten.

Sicherlich ein heftiger Preis – aber im Vergleich zu den anderen derartigen Attraktionen in Costa Rica durchaus angemessen. Hier gibt es übrigens auch eine Lodge, wer hier gleich übernachten möchte. Meinen Plan für den Nachmittag, den Vulkan Poas nebenan noch zu besuchen, habe ich übrigens aufgegeben – es war zu spannend hier!

2 comments

    1. Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Setzt man unsere deutschen Tierparks und Zoos als Vergleich an: nein.

      Vergleiche ich mit anderen „Zoos“ und Nationalparks aus Costa Rica: eindeutig ja, hier hat das Preis-Leistungsverhältnis gestimmt. Mir ist hier nichts aufgefallen, was kaputt war oder ähnliches. Hier steckt viel Liebe im Detail. Selbst die Toilette im Restaurant (das zwischen den Tieren, es gibt ja noch zwei) war mal was richtig besonderes.

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